»Das Herz im Yoga« von Stefanie Arend

Herz im YogaYoga wirkt ganzheitlich und sollte nicht nur auf der körperlichen Ebene gesehen werden. Die Wirkung einer regelmäßigen und ausgewogenen Yogapraxis ist sehr viel weitreichender und wirkt besonders auch auf der energetischen Ebene.

Yoga kann wunderbar dabei helfen, blockierte Körperbereiche physisch und energetisch wieder zu öffnen, ganz besonders das Herz, das wir häufig unbewusst verschließen

Im Alltag verfallen wir oft in eine runde Haltung, sei es durch Computerarbeit oder andere langwierige sitzende Tätigkeiten, vielleicht aber auch weil wir in der Vergangenheit verletzt worden sind. Daher möchten wir im Unterbewusstsein weitere Verletzungen vermeiden und ziehen somit die Schultern wie in einer Schutzhaltung dauerhaft hoch und runden sie nach vorne, um unser Herz nicht zu offenbaren.

Dadurch kann es passieren, dass wir energetisch unseren Herzraum eng werden lassen und die Energie dort nicht mehr richtig fließen kann. Manche Menschen nehmen dann eine verbitterte und lieblose Haltung gegenüber sich selbst, aber auch gegenüber anderen ein oder isolieren sich von der Außenwelt.

Das Herzchakra liegt im Zentrum des Chakrasystems in Höhe des Herzens, in der Mitte der Brust und verbindet wie eine Brücke die unteren drei mit den oberen drei Chakras

In der Gebetshaltung Anjali Mudra, die unabhängig von jeder Sprache international verstanden wird, bringen wir die Hände vor dem Herzen zusammen und verbinden dort unsere Energien von Yin und Yang, weiblich und männlich, miteinander und zentrieren uns.

Verschiedene Yogapositionen wie Seit-, Vor- und Rückbeugen sowie Drehungen, die in jeder ausgeglichenen Yogastunde vorkommen sollten, öffnen den Herzraum in alle Richtungen.

Da wir verdrängte Emotionen im Körpergedächtnis abspeichern, können diese durch die Yogapositionen wieder an die Oberfläche gelangen und sich dem Übenden manchmal ganz überraschend zeigen

Aus diesem Grund kann es während oder nach einer Yogastunde durchaus vorkommen, dass bei Teilnehmern unerwartet ein paar Tränen kullern oder sie sogar von Emotionen überwältigt werden, auch wenn manche Erfahrungen vielleicht schon viele Jahre zurück liegen. Ein mögliches Verdrängen von schmerzhaften Erfahrungen funktioniert nicht dauerhaft. Wenn man gewillt ist, mit seinem Körper und seinem Geist in der Tiefe zu arbeiten, so wie es im Yoga der Fall ist, wird man sich irgendwann wieder damit konfrontiert sehen.

Dies ist wie ein Reinigungsprozess zu sehen und die Seele bringt über den Körper das zum Vorschein, was endlich gesehen und verarbeitet werden soll. Hierbei geht es um das Annehmen dieser verdrängten Erfahrungen, denn nur über diesen Weg können sie auch verarbeitet, losgelassen und somit geheilt werden.

Zudem kann eine bewusst tiefe Atmung, so wie sie im Yoga gelehrt wird, das Herzchakra auch im Alltag stärken und den Brust- und Herzraum wieder weit werden lassen

Auch in der Meditation, in der wir nach innen schauen, kommen wir immer wieder zurück zu unserem Herzraum, da wir dabei wahrnehmen können, was wir tief im Inneren spüren. Mit einer zunehmenden Yogapraxis wird man feststellen können, wie sich immer mehr Leichtigkeit, Liebe und Lebensfreude im eigenen Leben zeigen, Eigenschaften, die wir besonders im Herzen wahrnehmen.

Yoga kann somit wunderbar heilend wirken, sowohl auf der körperlichen, aber auch auf der geistigen und seelischen Ebene und es ist ein ganz wertvolles Werkzeug um einen Heilungsprozess unterstützend zu begleiten oder in Gang zu setzen

Man kann zwar viel darüber schreiben, aber da es im Herzen ums Spüren geht, empfehle ich jedem, Yoga einfach einmal auszuprobieren, um selber zu schauen, was mit diesen Worten gemeint ist. Dabei wünsche ich ganz viel Freude!

Stefanie Arend

 

Über Stefanie Arend

Arend, StefanieStefanie Arend hat verschiedene Ausbildungen in unterschiedlichen Yoga-Richtungen gemacht, bis sie nach Jahren des Ausprobierens im Yin Yoga Teacher Training von Paul und Suzee Grilley endlich das gefunden hat, was sie so lange gesucht hat. Diese Herangehensweise an Yoga hat ihr einen tiefen inneren Frieden und ein Gefühl des Ankommens geschenkt. Im Jahr 2007 hat sie ihr eigenes Yogastudio eröffnet, in dem sie seitdem unterrichtet. Zudem gibt sie hier individuelle Ernährungsberatungen. Seit 2012 bildet sie Interessierte im Yin Yoga aus. Sie empfindet das Weitergeben von Yoga ebenso wie das weitere Erlernen dieser wunderbaren Tradition als große Erfüllung in ihrem Leben und ist sehr dankbar dafür, dass ihr Weg sie hierhin geführt hat.

Sie ist Autorin von diversen Yogabüchern und DVDs. Ihr erstes Buch »Yin Yoga – Der sanfte Weg zur inneren Mitte« ist im Jahr 2011 von »Yogaguide« zum »Besten Yogabuch des Jahres« gewählt worden. Die positive Resonanz auf ihr erstes Werk hat sie tief berührt und ihr ein wichtiges Zeichen gegeben, dass sie auf dem richtigen Weg ist. >>Homepage

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