Wie der Alltag zum Kraftort wird

Gelebter Schamanismus

Schamanismus gehört zu den ältesten spirituellen Wegen der Menschheit. Für mich ist er jedoch weniger eine Technik oder Methode als vielmehr eine innere Haltung – eine Art, dem Leben zu begegnen. Und diese Haltung ist nicht an Wälder, Berge oder abgelegene Dörfer gebunden. Sie lässt sich überall leben. Auch mitten in der Stadt.

Guten Morgen, Leben!

Mein Tag beginnt damit, dass ich ganz bewusst wahrnehme, wie mein Herz schlägt. Ich höre meinen Atem und spüre, wie er meine Lunge füllt. Meine Augen sehen. Meine Ohren hören. Mein Körper ist gesund und kraftvoll. Tiefe Dankbarkeit erfüllt mich. Um ihr sichtbar Ausdruck zu verleihen, entzünde ich eine Kerze – ein kleines Ritual, das ich seit vielen Jahren praktiziere.

 

 

 

 

 

 

 

Kleine Gaben

Die letzten Früchte in meinem Garten überlasse ich stets den Vögeln und anderen Tieren. Es ist mein stiller Dank für die Fülle, die ich ernten durfte. Wenn ich Plätze in der Natur besuche, lasse ich gern ein kleines Geschenk dort. Das kann zum Beispiel eine Karotte, ein Apfel oder ein Schluck selbst gemachter Likör sein. Bei einem Picknick gehört der erste Bissen und Schluck dem kleinen Volk. Mir geht es dabei nicht um Aberglaube, sondern um Beziehung und Verbundenheit.

 

 

 

 

 

 

 

Raum für die Seele

Schamanisch zu leben, bedeutet für mich auch, Verantwortung für meinen Lebensraum zu übernehmen. Wenn ich daheim putze, aufräume und entrümple, geschieht das auf mehreren Ebenen: Ich lasse nicht nur Dinge los, sondern auch Gedanken und Geschichten. Dadurch entsteht Platz für Neues.
Eine gewisse kreative Unordnung darf sein. Doch ein Raum, der vernachlässigt wird und im Chaos versinkt, zieht Energie. Dort kann die Seele kaum heilen und sich entfalten.
Mein äußerer Lebensraum spiegelt vieles über meinen inneren Zustand wider.

 

 

 

 

 

Leben in Zyklen

Nach Möglichkeit passe ich mich den natürlichen Rhythmen der Natur an.
In den Wintermonaten ziehe ich mich bewusst zurück und meide große Menschenmengen. Ich schreibe, reflektiere das vergangene Jahr, sortiere und wähle bewusst, was weiterhin zu mir gehört und was nicht. Es ist eine Zeit der Sammlung und der Besinnung auf das Wesentliche.

Der Frühling bringt Bewegung in mein Sein. Die Natur ruft.
Die ersten Kräuter zeigen sich: Vogelmiere, Löwenzahn, zarte Brennnesseltriebe, Gänseblümchen, Bärlauch. Sie sind Detox für den Körper. Natürlich braucht es Wissen, um diese Pflanzen zu erkennen und zu finden, doch dieses dürfen wir uns wieder aneignen. Fülle ist überall, selbst in der Stadt. Du musst nur hinschauen und zugreifen.

Doch auch schon ein kleiner Topf mit Blumen oder Kräutern auf dem Tisch verändert die Stimmung im ganzen Raum. Schenke sie dir selbst, wenn du welche möchtest. Warte nicht darauf, dass es andere tun.

Unterwegs sein

Im Sommer bin ich viel draußen und sammle Eindrücke, Begegnungen und Geschichten.
Wenn ich reise, folge ich dem Ruf meiner Seele und finde sehr oft Plätze, an denen ich Facetten meiner selbst wiederentdecke. Vielleicht sind es Erinnerungen aus früheren Inkarnationen oder Erfahrungen, die ich gerade in einem anderen Leben mache. Doch stets darf ich dabei lernen und erkennen, wie vielfältig dieses Universum ist. Schamanismus bedeutet für mich, diesen Momenten Raum zu geben, ohne alles erklären zu müssen.

 

 

 

 

 

Mit offenem Herzen

So hat jede Zeit ihren eigenen Rhythmus und ihre Botschaft an mich. Wahrscheinlich werde ich nie alles hören, was diese Welt mir zu sagen hat. Mein tägliches Bestreben ist es jedoch, stets aufmerksam zu sein und achtsam mit allem Leben auf dieser Erde umzugehen.
Eine einfache Übung, die ich gern mache, ist, einen Tag lang darauf zu achten, wie viele Herzformen ich sehe: in Blättern, Wolken, Rissen im Asphalt. Es ist kaum zu glauben, wo überall die Welt dieses Symbol der Liebe für uns bereithält. Ich sehe mich selbst als eine Schülerin dieser Schöpfung, die freudig und staunend ihren Lebensweg geht.

Wenn es dich ruft

Vielleicht berührt dich etwas von dem, was ich hier teile, und du fühlst dich zu dem schamanischen Weg, wie ich ihn verstehe, hingezogen. Dann möchte ich dir mein Kartenset »Lebenskraft-Orakel« ans Herz legen. Es lädt dich mit atmosphärischen Bildern und einfachen Übungen dazu ein, dich als Teil des großen Ganzen zu erfahren, deine eigenen Kraftquellen zu entdecken und die Fülle der Schöpfung ganz bewusst wahrzunehmen. Möge es dich jeden Tag dazu inspirieren, mit wachem Blick durchs Leben zu gehen und die unzähligen Wunder am Wegesrand zu bestaunen.


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