»Liebe zur Musik« ♥ von Irina Kornilenko

Irina Kornilenko Herzblog

»Schon als kleines Kind war ich von Musik fasziniert. Meine Mutter hatte bereits während der Schwangerschaft viel Musik gehört. Deshalb gehe ich davon aus, dass meine Faszination für Klangwelten sogar schon vor meiner Geburt angeregt wurde. Heute weiß man ja, wie prägend das ist.

Durch Klang lernte ich die Welt kennen – und die Liebe zur Musik wuchs in mir.

Alles war damals Klang und Musik für mich: Jede Kombination von Klängen wurde für mich zu Musik – jedem Baby geht es wohl so. Sobald uns dann erklärt und gezeigt wird, was Musik ist, und was nur Geräusch, verlieren wir zu einem großen Teil die Wahrnehmung für die wundervolle, manchmal auch versteckte Musik der Natur, des Alltags, für die Musik der Stille und die unseres eigenen Körpers.

Als 3–4-jähriges Mädchen liebte ich besonders die Musik von Alfred Schnittke, eines wolgadeutschen Komponisten. Sie war für mich reich an ungewohnten, überraschenden und illustrativen Klängen. Durch sie konnte ich bunte Bilder sehen und in eine Phantasiewelt eintauchen. Ich erinnere mich sehr genau daran – vor allem, weil meine Mutter damals so erstaunt darüber war, dass ich diese Musik mochte. Für sie hörte es sich eher wie »Wasserröhrenmusik« an.

Als ich 5 Jahre alt wurde, kaufte meine Großmutter ein Klavier: Es war der Beginn einer großen Liebe.

Damals fing ich an selbst Musik zu machen. Jeder Tag begann mit dem Gang zum Klavier, der Erkundung neuer Tasten und dem Kreieren neuer Klänge. Wenn das getan war, konnte ich mit gutem Gewissen und voller Inspiration in den Kindergarten gehen. Schon nach wenigen Monaten wurde ich in die Musikschule aufgenommen und trat damit dann auch ganz offiziell in die Welt der Musik ein. Zur Freude am Klavierspiel gesellte sich dadurch allerdings auch die Verantwortung, die nicht immer leicht zu tragen war. Ich musste viel üben – auch dann, wenn meine Freunde draußen miteinander spielten. Oft hätte ich viel lieber mitgespielt, anstatt schwierige und widerspenstige Passagen am Klavier zu üben. Aber durch das Klavierspiel hatte ich auch tolle Möglichkeiten: ich konnte meine Emotionen in Klänge fassen, ich konnte meine Freude, meine Traurigkeit, meine Angst, meine Wut meinem Klavier anvertrauen. So kehrte bei allem Üben auch immer wieder die Freude am Spiel zurück.

Nach und nach wurden dann auch die Komponisten zu meinen Freunden: Mit ihnen teilte ich Freud und Leid. Durch die Musik verstanden wir uns, sogar eine Art von physischem Erfühlen war möglich. Und so war ich seither nie einsam.

Die Musik war für mich immer eine Quelle der Kraft.

Egal, wie erschöpfend manche Tage am Klavier waren, z.B. während der Vorbereitungszeit zu einem Wettbewerb oder zu einem großen Konzert, die Musik selbst war für mich immer eine Quelle der Kraft. Sie hat mich getröstet und gestärkt und immer wieder auch geheilt.

Mein musikalischer Weg führte lange Zeit über die klassische, d.h. komponierte Musik. Damals hätte ich mir nicht vorstellen können und auch nicht träumen lassen, dass ich eines Tages Musik spielen würde, die nur aus dem Moment heraus entsteht, aus meiner Verbindung mit den Menschen; dass ich Musik spielen würde, die diese Menschen oft tief berührt – da diese Musik ja einen Klangspiegel ihrer innersten Verfassung darstellt.

Über die intuitive Musik bin ich mir selbst näher gekommen.

Um dahin zu gelangen musste ich jedoch sehr viel lernen – und vieles verlernen. Es galt z.B. viele gedankliche Einschränkungen loszulassen. Das Wichtigste war jedoch, Vertrauen zu entwickeln – in mich und in das, was sich da seit 2009 unbedingt zeigen wollte. In gewisser Weise hat die intuitive Musik mir erlaubt und sogar auferlegt, zunächst eine Brücke zu mir zu bauen, damit dann von dort viele große Brücken nach außen entstehen konnten. So betrachtet musste ich lernen, mich selbst zu lieben, die Musik in mir zu lieben.

Musik ist in uns und überall um uns herum.

Musik, in welcher Ausprägung auch immer, ist in uns und überall um uns herum. Und wenn wir davon überzeugt sind, dass Musik heilen kann, dann ist Heilung in uns und überall um uns herum. Wenn wir aufmerksamer werden, dann können wir viel mehr Klänge und das Heilungsangebot darin wahrnehmen. Seien es die Klänge unseres Körpers mit ihren Rhythmen, die Musik der Natur in ihrer Vielfalt… Wir müssen nur wieder lernen, richtig hinzuhören. Denn Musik dringt in uns ein – nicht nur über die Ohren; sie löst in uns meist unbewusste Emotionen aus und lässt daraus die Gefühle aufsteigen – das, was wir mit dem Körper fühlen.

Musik kann uns helfen, uns selbst besser zu spüren und uns zu erkennen.

Musik lehrt uns im Umgang mit uns selbst sowie mit anderen Menschen und der Natur viel achtsamer zu sein. Darin liegt für mich auch eine große Hoffnung.

Ich bin davon überzeugt, dass alle Menschen Musik und die Liebe zur Musik in sich tragen. Die Welt ist Klang. Manchen ist es schon sehr bewusst, und die anderen werden folgen.«

Irina Kornilenko

 

Über die Musikerin

Irina Kornilenko_Foto w Autorenportrait_chamoisDie Russin Irina Kornilenko begann mit 5 Jahren das Klavierspiel. Ihr Klavierstudium am Rachmaninow-Konservatorium absolvierte sie mit der höchsten Auszeichnung. Heute lebt sie in Bayern und ist international auf Tourneen unterwegs. Neben dem klassischen Repertoire spielt sie eine selbst entwickelte intuitive Musik, die eine heilende Energie entfaltet. >>Homepage

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