Interview zu »Die Hüter der Schwelle«

Ein Gespräch zwischen der Autorin Belgin Groha (BG) und der Künstlerin Petra Danner (PD)

BG: Erinnerst du dich noch an den Moment, als ich dich fragte, ob wir gemeinsam ein Kartendeck gestalten wollen?

PD: Ja, das ist inzwischen über zwei Jahre her! Wir hatten damals Kontakt, weil du für mein erstes Kartenset eine Empfehlung geschrieben hattest. Als du dann fragtest, war meine spontane Antwort: »Warum nicht?« – ohne groß über die Konsequenzen nachzudenken.
Erst beim Malen wurde mir klar, wie viel Arbeit das wirklich bedeutete. Und doch wusste ich sofort: Die Geistige Welt hatte uns zusammengeführt. Für dich, um deinen Wunsch nach einem eigenen Kartenset zu erfüllen. Für mich, damit ich endlich meine inneren Bilder sichtbar mache – eine Botschaft, die mir auch meine Erkrankung mitgegeben hat.
Oder was meinst du, warum du gerade mich gefragt hast?

BG: Ich habe dich gefragt, weil ich deine Bilder nie nur als Kunst wahrgenommen habe, sondern als Botschaften. Ich hatte das Gefühl, dass du die Wesen sehen kannst, von denen ich schreibe – mit einem inneren Sehen. Für mich war klar: Dieses Kartendeck kann nur in echter Hingabe entstehen.

PD: Was war die erste Inspiration bei dir für das Kartenset: ein Bild, ein Satz, ein Moment?

BG: Es war kein konkretes Bild, sondern ein tiefes Gefühl. Ich habe die Hüter gerufen … und sie haben sich gezeigt und geantwortet. Die Texte sind im direkten Austausch mit ihnen entstanden – an den verrücktesten Orten. Ich bin viel gereist, oft ans Wasser, und saß in den verschiedensten Ländern am Meer oder an einem See. Ich habe gespürt: Diese Wesen wollten sich zeigen, genau zu diesem Zeitpunkt, mit einer klaren Botschaft für uns alle.

Du wolltest anfangs alle Motive auf Leinwand malen – dann kam die Wende. Wie kam es dazu?

PD: Das stimmt. Doch 2023 stand meine Abschlussausstellung mit rund 25 Großformaten an. Schnell war klar: Beides gleichzeitig würde meine Kapazitäten sprengen.
Daher konnte es nur gehen, indem ich die Hüter der Schwelle gleichzeitig zu meiner Abschlussarbeit erklärte. Ich malte neben meiner Arbeit und meiner Praxis, und irgendwann verlor sich die Leichtigkeit.
2024 kam dann auch noch eine Erkrankung hinzu, die mich innehalten ließ. Also zog ich Bilanz: So ging es nicht. Gleichzeitig war mir wichtig, dass wir das Projekt vollenden – die Botschaften waren einfach zu dringend. Also entschied ich, alle Motive konsequent digital zu gestalten.

 

 

BG: Das Kartendeck heißt »Die Hüter der Schwelle«. Gab es Figuren oder Motive, die dich selbst durch eine innere Schwelle geführt haben?
PD: Am Anfang war ja gar nicht klar, dass es einmal »Die Hüter der Schwelle« heißen würde. Diese Information kam erst später, kurz bevor wir an den Verlag herangetreten sind.
Zunächst tasteten wir uns durch den Nebel, und ich musste lernen, meinen Perfektionsanspruch loszulassen. Vielleicht war das meine persönliche Schwelle!
Besonders der Leprechaun hat mich gefordert: Ich wollte ihn so groß wie möglich malen, damit er regelrecht lebendig wird. Doch die riesige Leinwand schüchterte mich ein. Erst nachdem ich Lady Amethyst fertiggestellt hatte, wusste ich: So geht es. Du kannst es.
Dann kam der Punkt, an dem mir klar wurde: Die Unterschiede zwischen gemalten und digitalen Bildern wären zu groß. Ich musste konsequent umstellen. Also habe ich sowohl die begonnenen als auch die fertigen Gemälde durch digitale Bilder ersetzt – nur so konnte das Deck als Ganzes stimmig und kraftvoll wirken.
Gab es Momente, wo ein Bild, das ich dir geschickt habe, etwas Besonderes in dir ausgelöst hat?

BG: Ja, es gab diesen Moment. Als du mir das Bild der Sylphe geschickt hast, entstand eine besondere Resonanz – ein stilles Innehalten. Diese Sylphe strahlt Trost, Hoffnung und Einladung zugleich aus. Sie nahm mich mit in ihre Reiche, ging mit mir durch den Wandel, durch Abenteuer und tiefe Transformation. Sie erinnerte mich daran, dass Veränderung auch sanft sein und mit Leichtigkeit geschehen darf.

Wie hast du unsere Zusammenarbeit erlebt, auch jenseits des Künstlerischen?

PD: Für mich war es ein Abenteuer. Wir kannten uns ja noch gar nicht so gut, und ich war mitten in einem großen Veränderungsprozess. Ich meditierte täglich, und jedes Mal, wenn du mir Texte schicktest, verband ich mich damit. Daraus entstanden innere Bilder, die ich malte.
Manchmal zeigte sich zuerst mir ein Hüter – wie Merlin, Pan oder die Libellen –, und ich gab dann dir die Impulse für deine Texte. Es floss einfach leicht zwischen uns, fast wie ein Tanz. Ob das nun die Geistige Welt war oder unsere gute Connection? Wahrscheinlich beides.
Wie hast du die Verbindung zwischen Text und Bild erlebt: eher geführt von oben oder von unserem persönlichen Verhältnis?

BG: Als Channel-Medium schreibe ich meine Texte aus dem heraus, was ich über meinen inneren Kanal wahrnehme – von innen geführt, aus der Verbindung zur Geistigen Welt.

Gleichzeitig haben sich Text und Bild wie zwei Stimmen derselben Melodie ineinandergefügt, es entstand dadurch ein magischer Raum.
Bald schon erscheint unser gemeinsames Werk. Was ist deine Botschaft damit an die Menschen?

 

PD: Wir leben in einer Zeit, die wieder Schönheit braucht. Nicht die glatte Oberflächlichkeit der Modewelt, sondern die tiefe Schönheit des Daseins. Die Anmut der Schöpfung in ihrer Reinheit und Unschuld: frei von Zweck, Bereicherung und Ego.
Ich wünsche mir, dass die Menschen beim ersten Kontakt mit unseren Karten genau diese Schönheit spüren: die Freude am Sein in all seinen Facetten, Liebe und Empathie. Dass sie das Licht im Gegenüber wahrnehmen, die Natur und ihre Wesen neu entdecken – und die eigene Schönheit ebenso wie die des anderen erkennen.
Vor allem hoffe ich, dass die Karten dazu einladen, still zu werden. Denn wer still wird, hört das Flüstern der Hüter und ihre Botschaften. In einer Welt voller Lärm ist diese ruhige, unschuldige Feinheit vielleicht das größte Geschenk.

BG: Für mich ist dieses Kartendeck eine liebevolle Einladung, nach innen zu lauschen und zu spüren, dass wir getragen, geführt und zutiefst verbunden sind.
Es erinnert uns daran, dass wir jenseits aller Worte geliebt werden und unseren Weg Hand in Hand mit hohen Lichtwesen gehen.

 


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Kartenset: Die Hüter der Schwelle
Magische Impulse der Transformation und Verbindung
Vorwort von Pavlina Klemm
Petra Danner, Belgin Groha
Bestell-Nr. 9273
ISBN: 978-3-8434-9273-7

Schirner Verlag 2026

>> Leseprobe

>> Hier geht es zum Kartenset

 

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